Eduscho Geschichte

Machen wir eine kleine Reise in die Vergangenheit bis in das Jahr 1924. Denn zu diesem Zeitpunkt trat der erste Eduscho-Kaffee täglich frisch geröstet und verpackt seine Reise zum Verbraucher an.
Eduard Schopf hieß der junge Kaufmann, der erkannte, daß die Idee, Kaffee direkt an den Verbraucher zu senden, eine große Zukunft hatte.
Für die Kunden hat dieser neue Weg zwei Vorteile: Er erhält stets frisch gerösteten Kaffee ins Haus und spart Geld, denn der direkte Weg zum Verbraucher ist preiswert. Daß die Kunden diese Vorteile, die Qualität stets frischen Kaffees und seine Preiswürdigkeit einzuschätzen wissen, zeigte sich an der Entwicklung, die das Versandgeschäft des jungen Eduard Schopf in Bremen nahm. Diese Geschichten sind doch bekannt. Kann aber eine Sammelleidenschaft noch neue Details ans Licht bringen?
Mein Name ist Mauro Lapetina, Kaffee-Enthusiast seit 20 Jahren. Nach intensiven Sammeljahren, fokussiert auf Eduscho Objekten der 1930er Jahre und originales Werbepapier dieser Epoche, ist eine beachtliche Sammlung entstanden. Ein Teil dieser Sammlung werde ich ihnen zeigen - in der Hoffnung, noch wichtige informationen zu gewinnen. Ziel bleibt, das Buchprojekt EDUSCHO Ende 2027 zu realisieren.
Es ist kein Geheimnis, dass meine bescheidene historische Forschung wesentlich vom informationsreichen Beitrag von Rolf W.Maier profitiert hat: "Ein Hockenheimer gründet in Bremen das Kaffee-Imperium". Archive sind wichtig. Doch die entscheidenen Hinweise sind oft woanders zu finden: in originalen Werbebroschüren jener Zeit, in jedem Stück Papier, das lüftet, wie Eduard Schopf sein Unternehmen geführt und geformt hat.
Auf der Suche in Bremen, auf der Jagd nach neuen Hinweisen, stieß ich auf einen wichtigen Fund: ein kleines Büchlein aus dem Jahr 1952. Darin verborgen: neue Details über Schopf Aufstieg. Bevor ich zu diesem wichtigen und spannenden Moment komme, an dem die Papier auftauchen, finde ich es fundamental, eine sehr kurze Zusammenfassung über sein Leben vor der Gründung seiner Firmen zu geben.
Eduard Schopf wurde am 8. Juli 1893 in Hockenheim als eines von elf Kinder geboren. Sein Vater Georg Schopf war eine bekannte Persönlichkeit in Hockenheim. Als gelernter Schneider war er zugleich Gemeinderechner, Kohlenhändler und Gastwirt.
Von 1908 bis 1911 erlernte er bei der Volksbank Hockenheim den Beruf des Kaufmanns. Anschließend arbeitete er in verschiedenen Städten, unter anderem in einer Baustoffhandlung in Rastatt, wo er seine spätere Frau Friedel Hildenbrandt kennenlernte.
Im Jahr 1916 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Nach einer Ausbilbung in Logistik und Nachrichtentechnik diente er 1917 an der Balkanfront in Rumänien und 1918 an der Westfront in Frankreich.
Nach dem Krieg, um die Jahreswende 1919-1920, zog er nach Bremen. Dort begann er zunächtst als Mitarbeiter bei einem Baustoff und Ofenhändler in Schwachhausen, dann machte er sich in der gleichen Branche selbständig. Dazwischen nahm sich Eduard Schopf auch Zeit zum Heiraten. Ich bekam von der Stadt Rastatt seine Heiratsurkunde.
Den Rest ist bereits niedergeschrieben worden. Eduard Schopf wechselte seine Interesse und suchte sein Glück im Lebensmittelhandel. Das endete mit der Entscheidung, Kaffee zu rösten oder besser gesagt, zunächts rösten zu lassen. Jeder musste wissen, dass der Kaffee von Eduard Schopf geliefert werden konnte. Mit Preislisten und kostenlosen Probepaketen machte sich Eduard stark.
In einem Keller eines Einfamilienhauses und nicht in der Küche einer Mietwohnung, in der Ellhornstrasse, fing alles an. Kurz zuvor hatte Eduard Schopf seine Erbe erhalten, weil sein Vater gestorben war. Er war damit bereits im Geschäft.
Die Firma nannte er 1924 zunächst ESB (Eduard Schopf Bremen), ab 1925 dann EDUard SCHOpf, so EDUSCHO. Mehrere Umzüge, immer mehr Aufträge - Eduscho wurde immer beliebter. Kaffeedosen, Gadgets und viele Broschüren machten das Unternehmen immer größer. Eduard Schopf kaufte immer mehr Gebäude und Packhäuser am Deich. Dort baute ab 1930 er seinen wunderschönen Komplex.
Am Pfingstmontag, den 10. Juni 1935 erlitt Eduard Schopf während des Badens im Mözner See bei Bad Segeberg einen Herzinfart und ertrank. Er wurde nur 41 Jahre alt. Er besuchte seinen Geschäftspartner Rothfos in dessen Wochenendhaus am See. Schrecklich, dass die ganze Familie dabei war.
Ich fand in meinem Archiv in einem Eduscho-Werbeheft einen kuriosen Artikel über die Leidenschaft zum Kaffeetrinken an Pfingsten, und wie wichtig der gemeinsame Genuss an einem Festtag wie diesem ist. Dieser Artikel stammt genau 10 Tagen vor seinem Tod, am Pfingsten!
Seine Frau, Friedel Schopf, leitete nach dem Tod Eduards die Geschäfte weiter. Der Firmengründer hinterließ drei Kinder: Gretel (1923-2017), Heinz Eduard (1924-1944), Rolf (1928-2018), sowie über 400 trauernde Mitarbeiter.
Dieser Blog ist für alle, die ein Stück Eduscho Geschichte bewahren. Wenn Sie historische Dokumente, alte Fotos, Verpackungen oder andere Gegenstände von Eduscho besitzen, die helfen, die Geschichte des Hauses besser zu erzählen. Hier sind Sie herzlich eingeladen.
Ich bitte um einen respektvollen Umgang.
Mauro Lapetina
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