Ende der zwanziger Jahre reiste Eduard Schopf durch die Kaffeeländer. Er schreib darüber einen wunderscön Bericht der 1933 in einer Zeitschrift erschien. Heute gebe ich euch einen kleinen Teil des Berichtes weiter. In dieser Ausgabe gibt es auch ein Foto. Sehr warscheinlich ist dort Eduard Schopf selbst auf einem Weg durch die Plantage zu sehen.
Er war ein freundlicher Geschäftsmann ein leidenschaflicher Reisender und ein offener Mensch mit Lust die Welt zu entdecken.
So lautete ein Teil des Berichts: "Große Reisen zu machen war schon in frühester Jugend meine Sehnsucht die sich später auch erfüllte. Obgleich ich im Laufe meiner kaufmännischen Tätigkeit im Ausland bereits viel gesehen und erlebt hatte muss ich gestehen dass Brasilien mit seiner mannigfaltigen Eigenart an Lebensgewohnheiten und tropischen Naturverhältnissen auf mich den größten Eindruck machte.
Die Dampferfahrt nach Santos gewährt wenn man Rio de Janeiro in den Abendstunden verlässt zunächst einen geradezu zauberhaften Blick auf die im Lichte unzähliger Beleuchtungen strahlende Stadt. Seltsam und interessant ist dann auch die Einfahrt in den Hafen von Santos auf gewundener Wasserstrasse.
Stadt und Hafen erhalten ihre Bedeutung vor allem durch den Kaffee Export der von hier aus für brasilianische Qualitäten seinen Weg nimmt. Es ist natürlich sehr interessant dem Werdegang des Kaffee von den Pflanzungen der Setzlinge auf der Fazenda bis zur Verschiffung im Ausfuhrhafen zu folgen.
Wer in Europa seelenruhig seinen Mokka trinkt ahnt nicht welch ein Aufwand an Arbeit und Kosten erforderlich war bis der braune Trank in der Tasse landete. Eine gut verwaltete Kaffeeplantage macht einen beinahe militärischen Eindruck. In endlosen scharf ausgerichteten Reihen stehen Tausende von Kaffeesträuchern als grüne Soldaten auf dem roten Lateritboden der terra roxa und wenn sie sich mit den kleinen scheeweißen Blüten bedecken leuchten die Reihen blendend wie unter frisch gefallenem Schnee.
Heute ist Santos eine Gesunde und schöne Stadt mit vielen modernen Anlage. Einer der ewigen Reize von Santos ist die wirklich wundervolle Aussicht von dem sich mitten aus der Altstadt erhebenden Monte Serrate. Von hier schweift der Blick über die zu Füßen ausgebreitete Stadt mit ihrer von Bananenpflanzungen übersäten Umgebung nach den grünen Hängen der Serra do Mar und entgegengesetzt nach dem hinter bewaldeten Höhen schimmernden unendlichen Ozean."
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